Diagnostik und Therapie der Vorläuferfähigkeiten des Erzählens bei Kindern mit spezifischen Sprachentwicklungsstörungen

Jede Kompetenz hat ihren Ursprung in Vorläuferfähigkeiten, die ihrem Erwerb vorausgehen, so auch das Erzählen. Bei Kindern, die nicht ins Erzählen finden, die ihre Erzählungen immer wieder abbrechen, die häufig sagen „ich weiß nicht“, die immer wieder das Gleiche spielen oder die verhaltens- oder beziehungs­auf­fällig sind, kann davon ausgegangen werden, dass die Vorläuferfähigkeiten für das Erzäh­len nicht vollständig erworben wurden. Sie konnten z. B. die narrativ-kohärente Struk­tur, das Geschichtenschema nicht oder nur unzureichend implementieren. Dieses Sche­ma ist ein festes Gerüst, das den Verlauf von Erzählungen, Lernen, Handlungen, emo­tionalen Ereig­nis­sen und Spielen prägt, strukturiert und als Resultat ein sinnvolles Ende erwarten lässt.

Die Diagnostik versetzt die TeilnehmerInnen in die Lage, die frühen Erzählkompetenzen zu ermitteln und mit der regulationsbasierten Sprachtherapie die Vorläuferfähigkeiten anzubah­nen. Damit können Überdeckungsstrategien, z. B. Unstimmigkeiten bei semantischen Inhal­ten, ein ungenügender Wortschatz, Abbrüche oder sprunghaftes Erzählen, sowie Verhaltens­auffälligkeiten aufgelöst werden.

Art

Präsenzseminar 1 Tag, 8 UE à 45 Min.

Über meine Person

Margita Händel-Rüdinger ist Logopädin mit über 30 Jahren Erfahrung in eigener Praxis, die sie über viele Jahre hinweg mit mehreren Mitarbeiterinnen geführt hat. Darüber hinaus ver­fügt sie über langjährige Erfahrung als Dozentin in der Fortbildung von LogopädInnen.

Nach einer längeren Unterbrechung, während der unter anderem ihr 2023 veröffentlichtes Praxisbuch „Frühkindliche Erzählentwicklung und Spracherwerb“ entstand und sie Facharti­kel zu diesem Thema veröffentlicht hat, bietet sie mit diesem Seminar praxisnahe Unter­stüt­zung beim Transfer von Theorie in die therapeutische Arbeit.